Pesterwitz
Viva la Vida | Starlight
Zwei Geistliche Impulse zum Popsong Gottesdienst am 6. September 2026 – 10.30 Uhr – St. Jakobuskirche Pesterwitz
Am 6. September fand in unserer St. Jakobuskirche der erste Pesterwitzer Popsong Gottesdienst statt. Damit beendeten wir das Konfizelten und feierten im Rahmen dieses besonderen Gottesdienstes gleich drei Taufen. Es musizierte der Jugendchor Pesterwitz, gemeinsam mit unserem Pfarrer Clemens Schneider und einigen im Geiste jung gebliebenen Erwachsenen, unter der Leitung von Anne Horenburg am Klavier. Für den gefühlvollen Beat sorgte Vincent Hübler am Schlagzeug.
Die Stimmung des Gottesdienstes lässt sich schwer in Worte fassen. Man muss dabei gewesen sein! Aber für alle, die traurig sind, dass sie nicht dabei sein konnten, steht die Verheißung: Es wird im September 2027 höchstwahrscheinlich eine Fortsetzung geben! Und für alle, welche an den geistlichen Impulsen des Gottesdienstes interessiert sind, gibt es hier nochmal die Songtexte und geistlichen Gedanken zum Nachlesen und meditieren.
Coldplay: Viva la Vida
Songschreiber: Christopher Anthony John Martin, Jonathan Mark Buckland, William Champion, Guy Rupert Berryman
Der originale Song lässt sich u.a. hier anhören:
https://youtu.be/dvgZkm1xWPE?si=PqkiwyDXrIakS8lI
Songtext:
I used to rule the world
Seas would rise
when I gave the word
Now in the mornin', I sleep alone
Sweep the streets
I used to own
I used to roll the dice
Feel the fear in my enemy's eyes
Listened as the crowd would sing
"Now the old king is dead, long live the king"
One minute I held the key
Next, the walls were closed on me
And I discovered that my castles stand
Upon pillars of salt and pillars of sand
I hear Jerusalem bells a-ringin'
Roman cavalry choirs are singin'
Be my mirror, my sword and shield
My missionaries in a foreign field
For some reason, I can't explain
Once you'd gone, there was never
Never an honest word
And that was when I ruled the world
It was a wicked and wild wind
Blew down the doors to let me in
Shattered windows and the sound of drums
People couldn't believe what I'd become
Revolutionaries wait for my head on a silver plate
Just a puppet on a lonely string
Oh, who would ever wanna be king?
I hear Jerusalem bells a-ringin'
For some reason, I can't explain
I know St. Peter won't call my name
Never an honest word
But that was when I ruled the world
Deutsche Übersetzung:
Früher regierte ich die Welt
Die Meere stiegen an, wenn ich es befahl
Jetzt schlafe ich morgens allein
Kehre die Straßen, die mir früher gehörten
Früher bestimmte ich das Schicksal
Spürte die Angst in den Augen meiner Feinde / Hörte zu, wie die Menge sang
"Der alte König ist tot, lang lebe der König!"
Eine Minute lang hielt ich den Schlüssel
Danach wurden die Mauern um mich herum verschlossen
Und ich entdeckte, dass meine Burgen
Auf Säulen aus Salz und Säulen aus Sand standen
Ich höre die Glocken Jerusalems läuten
Römische Kavalleriechöre singen
Sei mein Spiegel, mein Schild und Schwert
Meine Missionare auf fremdem Boden
Aus einem Grund, den ich nicht erklären kann,
Gab es, seitdem du fort warst, niemals,
Niemals mehr ein ehrliches Wort
Und das war, als ich die Welt regierte
Es war ein gefährlicher und stürmischer Wind
Blies die Türen um, um mich einzulassen
Zerbrochene Fenster und Trommelklang
Die Leute konnten nicht fassen, was aus mir geworden war
Revolutionäre warten auf meinen Kopf auf einem Silbertablett
Bin nur eine Marionette an einem einzigen Faden
Oh, wer möchte jemals König sein?
Ich höre die Glocken Jerusalems läuten...
Aus einem Grund, den ich nicht erklären kann
Bin ich mir sicher, der Heilige Petrus in Rom wird meinen Namen nicht rufen
Niemals ein ehrliches Wort
Aber das war, als ich noch die Welt regierte
Viva la Vida! Oder: Was wirklich zählt
Viva la Vida – so heißt das vierte Studioalbum der Band Coldplay aus dem Jahr 2008. Viva la Vida heißt zu Deutsch „Es lebe das Leben!“. Das Album trägt ein Titelbild. Es zeigt eine künstlerische Darstellung der französischen Revolution.
Der Song, der dem Album den Titel gab, spielt mit Motiven genau dieser Epoche. Das lyrische Ich lässt sich als einen gefallenen Herrscher beschreiben. Es ist ein König, der gestürzt wurde, der vor den Scherben seiner Existenz steht. Die Revolutionäre fordern seinen Kopf auf einem Silbertablett – womöglich eine Anspielung auf den französischen König Ludwig XVI. Der König reflektiert sein Leben. Er hatte so viel Macht, muss sich nun aber eingestehen, dass diese Macht eine Illusion war. Die alten Koalitionen halten nicht mehr. Selbst der Papst in Rom kann ihn nicht vor dem Verderben retten: „Meine Festungen standen auf Säulen von Salz und Säulen von Sand.“ In der Bibel heißt es: Wohl dem, der sein Haus nicht auf Sand baut. (Vgl. Matthäus 7, 24–27)
Worauf beruhen wir?
Worauf stehen unsere Fundamente?
Der König beschreibt eine Verlusterfahrung: „Seit du gegangen bist, gab es nie mehr ein wahrhaftiges Wort. Das war, als ich die Welt regierte.“ Wir wissen nicht, wen er da meint: Eine Geliebte? Einen anderen wichtigen Menschen? Auf jeden Fall begreift der König nun im Angesicht des zu befürchtenden Todes, dass seine Macht und sein Reichtum eigentlich total vergeblich waren. Vielleicht steckt da eine Sehnsucht, er hätte mehr in die Beziehungen zu Menschen investiert anstatt in seine politische Macht und seine glitzernde Fassade.
Dieser Text bringt mich zum Nachdenken.
Wo sind mir in meinem Leben Menschen wichtig?
Und wo gibt es Dinge, die vielleicht nur Fassade sind?
Was ist wirklich wichtig, was zählt?
Ist es die Masse an Likes auf Social Media?
Ist es das perfekte Foto auf Insta dank digitaler Bildbearbeitung?
Ist es die herausragende sportliche Leistung, die sich gut inszenieren lässt?
Oder sind es am Ende die Menschen, die uns das Gefühl geben:
Du bist gut, so wie du bist. Du bist angenommen.
Gott verspricht uns, einem jeden und einer jeden von uns:
„Du bist angenommen, so wie du bist.
Ich habe dir das Leben geschenkt und werde dich aus dem Tod erretten.“
Viva la vida – es lebe das Leben!
Muse: Starlight
Text & Musik: Metthew Bellamy
Der originale Song lässt sich u.a. hier anhören:
https://youtu.be/Pgum6OT_VH8?si=nhe6aJ_D8L_2JPFM
Songtext:
Far away
The ship is taking me far away
Far away from the memories
Of the people
who care if I live or die
The starlight
I will be chasing a starlight
Until the end of my life
I don't know
if it's worth it anymore
Hold you in my arms
I just wanted to hold
You in my arms
My life
You electrify my life
Let's conspire to ignite
All the souls that would die
just to feel alive
Now I'll never let you go
If you promised
not to fade away
Never fade away
Our hopes and expectations
Black holes and revelations
Hold you in my arms…
Deutsche Übersetzung:
Weit weg
Dieses Schiff hat mich weit weg gebracht
Weit weg von den Erinnerungen
der Menschen die sich sorgten
ob ich lebe oder sterbe
Ein Sternenlicht
Ich werde ein Sternenlicht jagen
Bis ans Ende meines Leben
Ich weiß nicht
ob es das weiterhin wert ist
Halte dich in meinen Armen
Ich will dich nur
in meinen Armen halten
Mein Leben
Du elektrisierst mein Leben
Lass uns verschwören, um zu entzünden
All die Seelen, die sterben würden
nur um sich lebendig zu fühlen
Ich werde dich nie gehen lassen
Wenn du versprichst
dass du nicht verschwinden wirst
Niemals verschwindest
Unsere Hoffnungen und Erwartungen
Schwarze Löcher und Offenbarungen
Halte dich in meinen Armen...
Starlight. Oder: Ein Licht, dem wir folgen können.
Ich mag die Band Muse. Sie ist generell sehr experimentell, verbindet Hard Rock mit Elementen klassischer Musik.
Der tiefgründige Text des Songs „Starlight“ betrachtet einen Lebensweg:
Weit weg
Dieses Schiff hat mich weit weg gebracht
Weit weg von den Erinnerungen
der Menschen die sich sorgten, ob ich lebe oder sterbe
Ein Sternenlicht
Ich werde ein Sternenlicht jagen
Bis ans Ende meines Leben
Ich weiß nicht ob es das weiterhin wert ist
Vermutlich ist der Text stark autobiographisch geprägt. Da reflektiert jemand sein Leben. Er ist dem Rampenlicht gefolgt, feierte große Erfolge, ein Star im Sternenlicht. Dabei entfernt er sich aber immer mehr von den Menschen, die ihn lieben und wertschätzen.
Das Leben ist voller Unwägbarkeiten. Wir tragen alle Hoffnungen und Erwartungen. Manche Hoffnung wird enttäuscht. Manches Licht, dem wir folgen, erlischt, verschwindet wie in einem schwarzen Loch im Weltraum. Schwarze Löcher und Offenbarungen. Manches offenbart sich erst am Ende, wenn man den Weg gegangen ist und zurückschauen kann.
Beim Blick auf sein Leben kommt das lyrische Ich zu einer einzigen festen Gewissheit:
Ich will dich nur in meinen Armen halten.
Der Text bringt mich zum Nachdenken.
Wer gibt meinem Leben Halt?
Welche Menschen geben mir Halt und wie kann ich Ihnen Halt geben?
Unabhängig von den konkreten Menschen um mich herum gibt mir mein Glaube Halt. Es gibt da jemanden, dem kann ich nachfolgen, ohne enttäuscht zu werden. Sein Licht leuchtet.
Paul Gerhardt, der größte protestantische Poet des 17. Jahrhunderts in Deutschland, hat dieses Licht in seinen Texten (Vgl. Ev. Gesangbuch 37, Strophe 3) ganz wunderbar beschrieben:
Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht,
wie schön sind deine Strahlen.
Amen