Unsere Kirche

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Darf ich mich vorstellen? Ich bin die Evangelisch-Lutherische Sankt Jakobuskirche Pesterwitz. Hier, in mir, kommt die Familie Gottes zusammen, um die froh- und freimachende Botschaft von Jesus Christus zu hören und die Gemeinschaft mit Gott und miteinander zu feiern.

Wir Kirchen sind nicht Orte, die Gott braucht, um den Menschen zu begegnen, sondern wir sind Orte, die Menschen helfen, Gott zu begegnen.
Darüber hinaus sind wir Kirchen Sinn-Räume. Wir bieten auch ohne Gottesdienst eine Möglichkeit der Besinnung, Ermutigung und Stärkung. Nehmen Sie sich ruhig eine kleine Auszeit vom hyperdynamischen Alltag. Treten Sie aus dem Hamsterrad des Wirtschaftens und ein in die Ruhe und Erhabenheit meines Raumes. Möge er Ihnen Gelegenheit geben, zur Einkehr bei sich selbst, zum Aufmerken auf den Nächsten und letztlich viel-leicht auch zum Ankommen bei Gott. Lassen Sie ihre Seele durchatmen und Kraft schöpfen.

Da in Pesterwitz beim Bau der ersten Kirche das Sorbendorf schon bestand, wurde sie an den westlichen Dorfrand platziert, vermutlich weil hier der erste Weinberg der Gegend angelegt wurde. Sie ist also eine Dorfrandkirche, unserer heutigen Situation nicht unähnlich. 1429/30 wurde sie dann durch Hussiten völlig ausgeplündert und stark zerstört.
1478, also erst zwei Generationen später, wird eine zweite Kirche auf den Grundmauern der alten errichtet. Die große Glocke trug diese Jahreszahl. Gut möglich, dass der Kirchenbau schon eher stattfand und jetzt, nach dem man sich finanziell wieder erholt hatte, eine erste Glocke hinzukam. Ein Kirchenchronist schrieb über diese Kirche: Ein Kunstwerk ist sie von Anfang an nicht gewesen ... aber vom Dorfplatz aus gesehen, war sie so recht das Bild einer kleinen schlichten, anheimelnden, idyllisch gelegenen Dorfkirche.
Baufällig und für die damalige Großgemeinde (ca. 9500 Gemeindeglieder) zu klein geworden, beschloss man zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine dritte Kirche an gleicher Stelle zu errichten. So entstand ich, eine schöne Jugendstilkirche, entworfen von Woldemar Kandler, einem der bekanntesten sächsischen Kirchenarchitekten seiner Zeit. Bei seinen Kirchen bewies er großes Geschick, sie ins Orts- und Landschaftsbild einzufügen. So schuf er auch in Pesterwitz das wohl mar-kanteste und weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes.
Bei mir brach er mit der Tradition und drehte mich um 180°. Mein Eingangsportal und mein Kirchturm sind nun im Osten und damit dem Dorf mit seinen Bewohnern zugewandt.

Altar

Der Altar

Der Altar steht zusammen mit dem Taufstein und der Kanzel im Altarraum (Apsis), welcher durch Stufen und einem Triumphbogen von meinem übrigem Kirchenraum abgetrennt ist. Hier, wo die drei Prinzipalstücke (d.h. erstrangige Ausstattungsgegenstände des liturgischen Kirchenraumes) stehen, sind wir Gott näher.

Das Altarbild zeigt den betenden Jesu im Garten Gethsemane, in Kreuzform. Es ist eine Momentaufnahme eins äußerst dramatischen Tages - Gründonnerstag. Jesus ringt mit Gott (betrachten Sie seinen Gesichtsausdruck und die Hände) und ruft: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir,… „ Doch letztlich vertraut er auf Gottes Handeln und sagt:“ …doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe“. So steht es gut lesbar unter dem Bild.

Der Maler Robert Sterl schuf das Bild 1906 zur Kircheinweihung. In dem Jahr wurde er auch Professor der Sächsischen Kunstakademie. Er malte nur dieses eine religiöse Werk, welches er mehrfach kopierte. Der Künstler schrieb einmal an seine Mutter, dass er lieber wenig malen würde, dafür aber gut. Das ist diesem Altarbild anzusehen.

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Die Kanzel

Sie steht auf einem Kanzelfuß, den eine Fantasiefrucht ziert, eine Kombination von Granatapfel und Weintraube. Die Fruchtbarkeit des Landes Kanaan, welches den Israeliten von Gott als neue Heimat nach ihrem Auszug aus Ägypten verspro-chen wurde, wird mit eben diesen Früchten beschrie-ben (4. Buch Mose 13,23). Der Glaube des alten Volke Gottes, ist die Grundlage auch des christlichen Glau-bens, der von der Kanzel verkündet wird.
Der obere Abschluss wird Schalldeckel genannt, wich-tig in einer Zeit, als es noch keine Mikrofone gab. Auf seiner Spitze ist das himmlische Jerusalem dargestellt, als Sinnbild für die Ewigkeit.

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Der Taufstein

Er ist aus dem Jahr 1580 und stand schon in meiner Vorgängerkirche. An seinem Umfang befinden sich vier Tafeln mit Sprüchen aus dem Neuen Testament zur Taufe. Die Buchstaben sind noch gut zu lesen. Probieren Sie es einmal und lesen Sie das V als U.

Orgel

Die Orgel

Hinter dem alten Orgelprospekt von 1906 wurde 1994 von der Orgelfirma Wünning aus Großolbersdorf / Erz-gebirge ein neues Werk eingebaut. Es besitzt 1815 klin-gende Pfeifen, davon 820 im Hauptwerk, 695 im Schwellwerk und 300 im Pedal. Es klingen 200 Holzpfei-fen (Größte 3 Meter) und 1615 Zinnpfeifen (Kleinste ist nur wenige Zentimeter). Die Orgel hat 28 Register, davon 10 im Hauptwerk, 11 im Schwellwerk und 7 im Pedal. Dazu stehen noch 65 stumme Pfeifen im Prospekt, zur Augenweide. Die Orgel ist ein vielseitiges, auf den Kirchenraum gut abgestimmtes Instrument

Die Glocken

Meine Bronzeglocken der Firma Bierling aus Dresden, die ich zur Kirchweihe 1906 neu erhalten habe, wurden nach nur 12 Jahren im 1. Weltkrieg für Kriegszwecke enteignet, zerschlagen und eingeschmolzen. Nach dem Ersten Weltkrieg reichte es lediglich zu einem Eisenhartgussgeläut, welches zu Ostern 2013 durch drei neue Bronzeglocken ersetzt wurde. Diese bezeichnen sich wie folgt: große Glocke – Gemeindeglocke, mittlere Glocke – Gebetsglocke, kleine Glocke – Taufglocke.


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Kirchenführungen

Wir, das sind Kirsten von der Heiden und Thomas Grän, möchten Ihnen unsere St. Jakobuskirche von 1906 mittels Kirchenführungen leichter und auch intensiver erlebbar machen. Freuen Sie sich auf ausgewählte architektonische, liturgische bzw. historische Besonderheiten unseres Kulturgutes Kirchenraum i…

Kirchenführungen