Johannistag

Johannistag 2016 04Johannistag – Johannisfeuer: Da dieser Tag und das Feuer nach Johannes des Täufers benannt ist, erhoffte man sich besonders im Mittelalter, dass man durch die Kraft dieses Heiligen beschützt werden würde.

Die Menschen brauchten Gott und den heiligen Johannes damals vor allem dazu, dass er böse Dinge fern hielt: Unwetter und Hagel sowie Krankheiten von Mensch und den Tieren im Stall. Und umgekehrt natürlich, dass er einen segnet und Gelingen gibt.

Das ist eine Haltung, die wir auch heute an uns beobachten können: Wir Menschen braucht Gott vor allem dazu, unsere eigenen Pläne zu verwirklichen. Gott wird sozusagen als Planierraupe benutzt: „Lieber Gott, ich habe da meine Pläne im Leben. Doch auf dem Weg gibt es ein paar Hindernisse und nun bitte ich dich schön, lieber Gott, hilf mir. Du räumst mir doch die Hindernisse aus dem Weg, nicht wahr? Wozu haben wir dich denn sonst?“

Sünde als Mittelpunktshaltung des Menschen, ist nicht nur das Leugnen, sondern auch das Benutzen von Gott. Martin Luther hat den Begriff „uti Deo“ (= Gott benützen) gebraucht. Es lohnt sich also, auch weit über Johanni hinaus über unsern Kanzelspruch nachzudenken: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ Lk. 22,42