Gottesdienst unter freiem Himmel

Himmelfahrt 2016

Ein pädagogischer Grundsatz lautet, man müsse die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Ein guter Pädagoge und natürlich auch Pfarrer, versuchen aber auch immer den Menschen weiterzuführen.
In diesem Sinne war Jesus ein guter Pädagoge und Pastor. So wird er zu Recht „guter Hirte“ (pastor bonus) genannt. In seiner Menschwerdung holte er uns Menschen wirklich dort ab, wo wir stehen. Er wurde in allem uns gleich.

Er möchte uns aber auch dem Ziel unseres Lebens entgegenführen, nämlich dem „Himmel“. So ist er nach seiner Auferstehung zu Ostern und zahlreicher Erscheinungen, vor den Augen seiner Jünger uns vorausgegangen und in den Himmel aufgefahren. „Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“ (Apostelgeschichte 1,9). Dabei verstehen wir Himmelfahrt heute kaum noch als eine wirkliche Reise. Denn wenn Jesus damals mit Lichtgeschwindigkeit aufgestiegen wäre, so hätte er zwar schon nach wenigen Stunden unser Sonnensystem verlassen, bräuchte aber immer noch gut 28000 Jahre, um wenigstens ins Zentrum unserer Milchstraße zu gelangen.

Nein, der Himmel ist für uns kein geographischer Ort, sondern ein Symbol für den Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im christlichem Glaubensbekenntnis heißt „…aufgefahren in den Himmel“, bedeutet dies nach unserem Verständnis, dass der auferstandene Christus „bei Gott ist“. Und Jesus gab an diesem Tag seinen Freunden den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums und verspricht ihnen dazu den Heiligen Geist.

Gottesdienst Himmelfahrt 2016

Vierzig Tage nach Ostern feiern wir dieses Ereignis immer an einem Donnerstag, nach dem fünften Sonntag nach Ostern, bei uns als Gottesdienst unter freiem Himmel, auf dem nahe gelegenen Burgwartsberg. Auf diesem Berg stand einmal eine Burg. Der Rechtsstreit um sie führte schließlich in einem Schiedsspruch zur urkundlichen Ersterwähnung von Dresden (in der Datumszeile). Auf diesem Berg befand sich höchstwahrscheinlich zuvor auch eine Holzkapelle und war somit der Ausgangspunkt des christlichen Glaubens in unserer Region. Heute sind wir es, die den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums empfangen. Und wie gehen wir mit diesem Auftrag um?